Ausgangspunkt der Gersthofer Leichtathleten war die Gründung der Turnabteilung des TSV Gersthofen am 1. März 1909. Da anfangs kaum Turngeräte vorhanden waren, wurden bereits früh leichtathletische Disziplinen in Form von Mehrkämpfen durchgeführt. Schon im selben Jahr nahmen sieben Sportler am Bayerischen Turnfest in Ingolstadt teil. Der Erste Weltkrieg unterbrach den Sportbetrieb stark, viele Sportler kehrten nicht zurück. In den Jahren nach 1918 begann der Wiederaufbau des Vereinslebens, und es entstanden neue Wettkampfformen wie der „Turnerische Jahnkampf“, der Turnen, Leichtathletik und Schwimmen kombinierte.

1930er Jahre: Erste rein leichtathletische Disziplinen

In den 1930er-Jahren entwickelte sich innerhalb der Turnabteilung eine Gruppe, die sich zunehmend auf reine leichtathletische Disziplinen spezialisierte. Mit der Vermessung einer 400-Meter-Grasbahn und der Einführung eines systematischen Trainings durch Trainer Josef Holzheuer verbesserten sich Trainingsbedingungen und Leistungen deutlich. Erste Vereinsmeisterschaften wurden ausgetragen, und einzelne Athleten erzielten bemerkenswerte Zeiten und Ergebnisse. Der Zweite Weltkrieg brachte jedoch erneut eine Unterbrechung des Trainings- und Wettkampfbetriebs.

Ab 1945: Neuanfang nach dem Krieg und eine Namensänderung

Nach 1945 begann ein langsamer Neuanfang. In den 1950er-Jahren formierte sich eine feste Trainingsgruppe, die trotz fehlender Anlagen regelmäßig an Turnfesten und Wettkämpfen teilnahm. Einen wichtigen Meilenstein stellte 1957 die Fertigstellung des Stadions „in den Ängern“ mit Aschenbahn sowie Wurf- und Sprunganlagen dar. Dadurch verbesserten sich Trainingsmöglichkeiten und sportliche Leistungen erheblich. In den folgenden Jahren wuchs die Abteilung, es kamen zahlreiche neue Sportler hinzu, und 1958 wurde die bisherige Turnabteilung offiziell in „Turn- und Leichtathletikabteilung“ umbenannt. Internationale Kontakte entstanden unter anderem durch einen Vergleichskampf mit einer schwedischen Mannschaft.

In den 1960er-Jahren wurde verstärkt Nachwuchsarbeit betrieben. Eine erste Jugendmannschaft entstand, die zahlreiche Rekorde aufstellte und erfolgreich an Kreis- und Bezirkswettkämpfen teilnahm. Auch Frauen beteiligten sich zunehmend am Wettkampfbetrieb. Gleichzeitig entstanden neue Veranstaltungen, darunter der internationale Gersthofer Silvesterlauf, der sich schnell zu einer großen und überregional bekannten Laufveranstaltung entwickelte.

1976: Die Abteilung Leichtathletik gründet sich

Die 1970er-Jahre waren von organisatorischen Veränderungen geprägt. 1976 wurde die Leichtathletik endgültig aus der Turnabteilung herausgelöst und als eigenständige Abteilung gegründet. Mit einer eigenen Vorstandschaft, wachsender Mitgliederzahl und vielen sportlichen Erfolgen entwickelte sich die Abteilung dynamisch weiter. Besonders erfolgreich war das Jahr 1977 mit zahlreichen Kreis- und schwäbischen Meistertiteln sowie Teilnahmen an Deutschen Meisterschaften.

1980er und 1990er: Neue Sparten schließen sich an

In den 1980er- und 1990er-Jahren folgten weitere sportliche Höhepunkte. Mehrere Athleten wurden „Sportler des Jahres“, und bei bayerischen sowie nationalen Meisterschaften wurden Spitzenplätze erreicht. Der Silvesterlauf entwickelte sich zu einem sportlichen Großereignis, das internationale Aufmerksamkeit erhielt – unter anderem durch den Besuch der Lauflegende Emil Zátopek im Jahr 1991. Gleichzeitig erweiterte sich die Abteilung um neue Sportarten wie Badminton und Triathlon, wodurch die Mitgliederzahl deutlich anstieg.

Um die Jahrtausendwende setzte sich diese Entwicklung fort. Besonders hervorzuheben sind Erfolge von Athleten wie Matthias Schwab, der mehrere bayerische Titel gewann und auch bei Deutschen Meisterschaften erfolgreich war. Die Abteilung erreichte zeitweise über 400 Mitglieder und blieb durch Veranstaltungen wie den Silvesterlauf oder Stadtsportfeste ein wichtiger Bestandteil des sportlichen Lebens in Gersthofen.

2010er: Organisatorische und finanzielle Herausforderungen

Auch in den 2010er-Jahren konnten weiterhin zahlreiche Titel bei Kreis-, schwäbischen und bayerischen Meisterschaften erzielt werden. Gleichzeitig standen organisatorische und infrastrukturelle Herausforderungen an, etwa die Renovierung der Sportanlagen oder finanzielle Unterstützung für den Hauptverein. Dennoch blieb die Abteilung aktiv und wuchs weiter. 2016 feierte sie schließlich ihr 40-jähriges Bestehen als eigenständige Leichtathletikabteilung mit rund 400 Mitgliedern und einer starken Jugendarbeit.

In den Jahren 2017 bis 2019 zeigte sich die Leichtathletikabteilung des TSV Gersthofen sportlich und organisatorisch sehr stabil. Mit konstanten Mitgliederzahlen um 370 sowie einem engagierten Trainerteam entwickelte sich insbesondere der Nachwuchsbereich positiv. Herausragende Athletin dieser Zeit war Luisa Tremel, die mit zahlreichen Titeln auf schwäbischer und bayerischer Ebene sowie starken Auftritten bei Deutschen Meisterschaften und der Teilnahme an den European Youth Olympics die Abteilung prägte. Organisatorisch wurden unter anderem neue Garagen errichtet, während wiederkehrende Veranstaltungen wie Stadtmeisterschaften, Crosslauf und zahlreiche Wettkämpfe das Vereinsleben bestimmten. Die Abteilungsleitung um Nina Probst wurde 2018 in ihrem Amt bestätigt.

2020: Die Corona-Pandemie überschattet alles

Die Jahre 2020 und 2021 standen im Zeichen der Corona-Pandemie, die das Vereinsleben erheblich einschränkte. Trainingsbetrieb und Wettkämpfe konnten nur reduziert stattfinden, zahlreiche Veranstaltungen mussten abgesagt oder – wie der Silvesterlauf – in virtueller Form durchgeführt werden. Wahlen wurden teilweise digital durchgeführt. Mit dem Jahr 2022 kehrte schrittweise wieder Normalität in den Sportbetrieb zurück. Wettkämpfe und Veranstaltungen wie die Stadtmeisterschaften konnten wieder regulär stattfinden, ebenso der Silvesterlauf mit großer Teilnehmerzahl. Sportlich überzeugten insbesondere Michael Galgon und Thomas Burkhart.

Ab 2024: Strategische Neuausrichtung der Abteilung

Eine bedeutende strukturelle Veränderung war 2024 die Ausgliederung der Triathlon-Abteilung in den Bereich Schwimmen. Bei den Neuwahlen wurde die Abteilungsleitung neu aufgestellt.  Hans Jörg Lauer übernahm den Posten des Abteilungsleiters. Langjährige Funktionsträger wie Helga Taryne und Johann Jedelhauser wurden verabschiedet und für ihr großes Engagement geehrt. Auch bei den Wahlen zwei Jahre später kam es zu einer Neuausrichtung.  Dabei wurden Hans-Jörg Lauer (Abteilungsleiter), Josef Liepert (Stellvertreter), Angelika Scheich (Sportwartin), Jasmin Cramer und Silke Karl (Schatzmeisterinnen), Nina Probst (Pressewartin) sowie Nicole Scheich (Jugendleiterin) gewählt bzw. bestätigt. Zudem legte die Abteilung Delegierte fest, die 2026 bei der ersten Delegiertenversammlung des Hauptvereins antreten sollten. Sportlich tat sich in dieser Zeit besonders Marco Seidel im Stabhochsprung und über 800 Meter hervor.

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